Mentessa: Matchmaking-App fürs Büro

This article was originally published on August 26th by Sandra Ohse on munich-startup.de

Das Münchner Startup Mentessa will mit seiner Matchmaking-App Mentoring-Programme in Firmen revolutionieren. So soll die App Angestellte dabei unterstützen, schnell und unkompliziert den richtigen Mentor zu finden und dabei Hierarchien oder Vorurteile einfach zu überwinden. Wir haben mit Tina Ruseva, Mitgründerin von Mentessa, gesprochen.

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Wir sind Tina und Ivan und entwickeln ein Matchmaking-App fürs Büro, eine Art Business-Tinder. Damit kann man den richtigen Experten zum richtigen Zeitpunkt finden und so besser und glücklicher arbeiten. Wir haben uns bei Wayra kennengelernt, dem Open Innovation Hub von Téléfonica, wo wir beide Residents sind. In der Wayra-Community ist diese Art von regelmäßigem Austausch unter Peers Alltag. In großen Unternehmen eher rar.  Wir sind beide 37 und Second-Time-Gründer aus der Software-Branche.

Matching in Eigenarbeit

Mit unserem Startup wollen wir die Hindernisse zum informellen Wissensaustausch wie Hierarchien, Vorurteile und vor allem Aufwand beseitigen, um eine Zukunft der Arbeit zu gestalten, die von Diversity und Kollaboration gekennzeichnet ist. Unsere ersten Kunden sind Betreiber von Mentoring-Programmen, die aktuell Mentoren und Mentees händisch zusammenbringen und die Tandems mit Excel-Listen und E-Mails verwalten. Wir bieten stattdessen ein Matching in Eigenarbeit und direkt, Peer-to-Peer. So kann man nicht nur einen Mentor pro Jahr finden, sondern Dutzende pro Woche, wenn man mag. Das verändert Mentoring von einem Programm hin zu einer Ressource. Das ist eine neue Art von Zusammenarbeit.

2. Aber das gibt’s doch schon längst!

Klar, es gibt nichts, das es nicht schon gibt. Und doch: Als Mentorin in Dutzenden Formaten und Mitglied in vielen Communities, werde ich meinen Mentees nach wie vor per E-Mail vorgestellt, dann müssen wir erst Kontakt zueinander aufnehmen, uns treffen, und erst dann wissen wir, ob die Chemie stimmt. Menschen sind nicht nur eine Sammlung von beruflichen Stationen und Skills, sondern auch ihrer Werte, ihrer Interessen, dem Sinn, den sie suchen. All das lässt sich heute wunderbar online messen. So kommt man schneller und effizienter zum richtigen Match, kann sich öfter Hilfe holen und sich einfacher einbringen.

„Das ist die Zukunft der Arbeit!“

3. Was sind die drei Hauptzutaten für Euer Erfolgsrezept?

Mentessa ist eine dezentrale Matchmaking-App, die ohne einen zentralen Ansprechpartner auskommt. Das spart Ressourcen in der Personalabteilung, die diese in wertbringende Aktivitäten anderweitig investieren kann, zum Beispiel beim Mentoren-Training. Der Peer-to-Peer-Ansatz befähigt letztendlich jeden, einen Mentor zu finden oder selbst einer werden. Das skaliert nicht nur, sondern entspricht der Realität — jeder von uns hat Stärken und kann diese je nach Situation mit anderen teilen. Das ist die Zukunft der Arbeit! Unsere App erstellt ganzheitliche Profile, die weit über berufliche Bulletpoints wie bei Linkedin hinausgeht. So ist es möglich, Menschen nach Können und Werten zusammenzubringen, um Purpose-driven-Tandems zu bilden.

4. Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft? 

Mentessa wurde im März gegründet. Aktuell laufen Piloten mit Wayra und ab September mit dem Gründerverein ‚Start Munich‘. Wir sind sehr stolz darauf und hoffen, bald 1.000 Nutzer auf die Plattform zu bekommen. Parallel führen wir gerade Gespräche mit mehreren Großunternehmen in und um München und wollen damit erste Umsätze aus Lizenzen generieren.

„Die Zukunft kann man weder bei Startups noch im Leben vorhersagen“

5. Was bedeutet München für Euch?

Ich bin schon die Hälfte meines Lebens in München. Für mich ist die Stadt mein Zuhause. Vor allem habe ich hier vor zehn Jahren an der TUM meine ersten Business-Plan-Seminare gehört, meine erste Firma Gymzap gegründet und die Münchner Startup-Szene seitdem aktiv mitgestaltet.

Für Mentessa ist München als Standort ein Vorteil, da hier viele große Unternehmen zuhause sind, die sich jetzt für die Zukunft der Arbeit wappnen müssen und nach Lösungen suchen, ihre Mitarbeiter zu vernetzen und zu motivieren.

6. Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Hehe, die Zukunft kann man weder bei Startups noch im Leben vorhersagen. Aber wir sind motiviert, wir sehen das Problem und bringen mittlerweile viel Erfahrung mit. Uns unterstützen viele Menschen. Jetzt müssen wir nur noch richtig viel arbeiten — das ist auch bei Unicorns die Realität.

7. Isar oder Englischer Garten?

Englischer Garten! Alleine schon aus Nostalgie zu den guten alten Zeiten am LMU Entrepreneurship Center mit Gymzap. Wir haben im Sommer Team-Meetings oft beim Spazierengehen abgehalten. Diese Zeiten prägen mich bis jetzt.